1. Um jedem die Möglichkeit zu geben, die Schönheit unseres Erbes zu bewundern:

Play video Pause video
Mute Unmute

1. Um das Interesse an diesen öffentlichen Gebäuden (wieder) zu wecken:

Play video Pause video
Mute Unmute

1. Schließlich, und weil zwischen einer geschlossenen und einer offenen Kirche viel auf dem Spiel steht...

Kirchen sind nach Verwaltungs- und Kirchenrecht öffentliche Orte. Sie gehören zum öffentlichen Raum und müssen daher für alle zugänglich sein.

Eine Kirche ist weit mehr wert als ihre liturgische Funktion allein. So wichtig und notwendig diese Funktion auch sein mag, sie ist viel umfassender und geht auf tiefere Bedürfnisse ein. Kirchen, die dem katholischen Gottesdienst gewidmet sind, sind nicht ausschließlich Katholiken vorbehalten, und schon gar nicht praktizierenden Katholiken. Genau das geschieht, wenn Kirchen ihre Türen schließen.

Der Zweck religiöser Gebäude darf nicht auf die Feier der Eucharistie beschränkt werden. Die Aufgabe derjenigen, die für dieses Erbe verantwortlich sind, besteht darin, die Kirchen zu öffnen, nicht sie zu schließen.

Bild
image1

Warum schließen Kirchen ihre Türen?

Aus Angst vor Vandalismus und Diebstahl. Doch die meisten Diebstähle ereignen sich in geschlossenen Kirchen. Eine geschlossene Kirche ist für Diebe sicherer als das Gebäude selbst. Kirchen schließen ihre Türen aufgrund fehlender Mittel für ein effektives und angemessenes Sicherheitssystem. Sie schließen auch auf Anweisung der Polizei.

Was bedeutet die Schließung einer Kirche?

Das bedeutet, dass die Bedeutung einer Kirche auf die eines denkmalgeschützten Gebäudes reduziert wird. Die Schließung einer Kirche bedeutet, dass Überflüssiges auf Kosten des Wesentlichen priorisiert wird. Die Kirche verwandelt sich dann in ein Museum, einen leblosen Ort.

Im Namen des Schutzes des materiellen Kulturerbes lassen wir ein ganzes immaterielles Erbe verschwinden, das meiner Meinung nach sogar noch wichtiger ist, da es gerade zu diesem Zweck geschaffen wurde. Dieses immaterielle Erbe verdient unsere volle Aufmerksamkeit und muss sich voll entfalten können.

Raphaël Collinet